How to cook your life

Neulich habe ich mir zum wiederholten Mal den Film
„HOW TO COOK YOUR LIFE – Wie man sein Leben kocht“
angesehen, was mich auf die Idee gebracht hat, ihn hier vorzustellen.

Ein Dokumentarfilm von Doris Dörrie über das Kochen, das Essen und das Leben, erschienen 2007. Nun mag es seltsam erscheinen, dass ich einen neun Jahre alten Film empfehle, das ist ja eher bei Neuerscheinungen üblich. Der Grund: Er macht nicht nur Lust aufs Kochen, sondern regt nebenher zum Nachdenken an, ob das eigene Leben (noch) auf der richtigen Flamme kocht. Was man von Zeit zu Zeit neu überprüfen sollte. Deshalb lohnt es sich, den Film immer mal wieder anzuschauen. Immer von Neuem inspirierend.

Darum geht’s:

Der Zen-Priester und Koch Edward Espe Brown aus Kalifornien hat im Alter von zehn Jahren das köstliche selbst gebackene Brot seiner Tante Alice kennengelernt. Bereits damals hat er beschlossen, Brot backen zu lernen und dieses Wissen an andere weiterzugeben. Seitdem sind etliche Jahre vergangen und der Zehnjährige hat sein Vorhaben in die Tat umgesetzt.

Doris Dörrie hat Edward Brown in Küchen und zu Kursen begleitet. Mit viel Humor und einer guten Portion Lebensweisheit wirft er einen philosophischen Blick auf die Essenszubereitung. In Zeiten von Fertiggerichten und Mikrowelle zeigt uns Brown, wie sinnlich der bewusste Umgang mit Lebensmitteln – sie zu spüren, zu riechen und zu schmecken – sein kann. Und analysiert ganz nebenbei das Leben. Denn Kochen ist nicht einfach nur Kochen, in der Küche entfaltet sich das Leben in all seinen Facetten: Achtsamkeit walten lassen. Die Hände gebrauchen. Zuhören. Wut raus lassen und sie in positive Energie verwandeln. Akzeptieren, dass manchmal etwas misslingt… Und nach vielen gekochten Jahren spiegeln die Lebenslinien in unseren Gesichtern die Patina eines lange genutzten Teekessels. Oder, wie es eine ehemalige Mitköchin Browns aus dem Tassajara Zen Mountain Center auf den Punkt bringt: „We are cooking the food but in the practice the food is cooking us.“

 

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