Hilfe, uns wird das Fleisch weggenommen!

Heute Morgen beim Zeitunglesen. Die Bundesumweltministerin hat den Klimaschutzplan 2050 vorgelegt, der Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen festschreibt. Deutschland muss diese drastisch senken, um 80 bis 95 Prozent bis 2050 im Vergleich zu 1990. Das sind keine Peanuts.

Bekanntlich ist die Landwirtschaft für einen beträchtlichen Teil der Emissionen verantwortlich. Bei der Fleischproduktion entstehen wesentlich mehr Treibhausgase als bei der Herstellung pflanzlicher Nahrung. Und dass bei uns aus gesundheitlicher Sicht zu viel Tierisches gegessen wird, ist auch nicht neu. Eine effektive Reduzierung der Emissionen ist also nur möglich, wenn weniger Tiere gehalten werden und – logische Folge – weniger Fleisch gegessen wird.
Klingt alles schlüssig. Dennoch wurde der Klimaschutzplan von den anderen Ministern stark kritisiert und zusammengestrichen. So auch vom Bundesagrarminister. Die Forderung, 50 Prozent weniger Fleisch zu produzieren – gestrichen. Auch die Empfehlung, auf Fleisch den regulären Mehrwertsteuersatz von 19 statt bisher 7 Prozent anzuwenden, wurde vom Agrarminister und seinen Parteikollegen zurückgewiesen. Man könne doch den Leuten nicht vorschreiben, was sie essen dürfen und schon gar keine „Strafsteuer“! Außerdem nehme die Landwirtschaft eine Sonderrolle ein, weil die Ernährungssicherung eine Kernaufgabe ist, die offenbar nicht durch so ein Gedöns wie Umweltschutz eingeschränkt werden darf.

Ich glaub, ich bin im falschen Film. Strafsteuer? Verbot, Fleisch zu essen? Auch mir sind diese Maßnahmen zu diktatorisch. Aber wozu brauchen wir die denn? Wir Menschen, die Krone der Schöpfung, haben das Recht auf Fleisch bis zum Abwinken. Alles andere interessiert keinen. Wo in dieser Diskussion geht es eigentlich um die Tiere? Viel und billiges Fleisch ist nur mit Massentierhaltung, also mit unendlichem Leid der Tiere zu haben. Klimaerwärmung inklusive. Und die Leute, die die ach so wichtigen Arbeitsplätze in diesem Sektor innehaben, ob die gern dort arbeiten? Ich wage das zu bezweifeln. Es ist doch eigentlich ganz einfach: Tiere werden artgerecht gehalten, dann wird automatisch weniger produziert und das Fleisch ist teurer. Klar werden sich dann nicht mehr alle so viel davon leisten können wie bisher. Aber ist das nötig? Grenzte es wirklich an eine Katastrophe, wenn nicht täglich Fleisch und Wurst auf dem Tisch stehen und das Schnitzel nicht über den Tellerrand hängen würde? In vielen Kulturen ist es völlig normal, wenig Fleisch zu essen, und auch bei uns war das bis vor wenigen Jahrzehnten noch so. Leben wir nicht in einem Wohlstand, der eindeutig subversive Züge hat? Hier geht es nicht um Verzicht im negativen Sinne, sondern darum, ein Zuviel wieder auf ein normales Maß herunterzufahren. Packen wir es an! Jede/r, der/die Fleisch und andere tierische Produkte von glücklichen Tieren kauft und wegen der recht hohen Preise vielleicht unwillkürlich etwas weniger davon nimmt, leistet schon jetzt einen Beitrag zur Treibhausgasreduktion. Ganz ohne Klimaschutzplan 2050.

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