Stadt und Land im Fluss: Die Genussgemeinschaft

Heute möchte ich ein weiteres Beispiel für gelebte Nachhaltigkeit beim Essen vorstellen: Die Genussgemeinschaft Städter und Bauern in München, die nachhaltig wirtschaftende, kleinbäuerliche Produzenten aus dem Umland mit den Konsumenten in der Großstadt zusammenbringt.

Wie sieht das konkret aus? Zunächst einmal wird den Menschen das Konzept der regionalen, biologischen Versorgung mit Lebensmitteln (wieder) nahe gebracht. Denn davon haben gerade wir Städter uns in den letzten Jahrzehnten recht weit entfernt. Doch vor allem bietet die Genussgemeinschaft die Möglichkeit, dieses Konzept praktisch zu leben. „Man müsste mal…“ Wie oft sagt oder hört man diesen Satz, gedankenlos dahingeredet, um dann doch in alten Verhaltensmustern steckenzubleiben? Nicht so bei der Genussgemeinschaft. Hier können sich zum Beispiel mehrere Leute zu Einkaufsgemeinschaften zusammenschließen. So fährt nur ein Mitglied in größeren Abständen aufs Land und bringt den Einkauf für die ganze Gruppe mit. Das spart Zeit und ist wesentlich nachhaltiger, als wenn sich jede/r Einzelne allein auf den Weg macht.

Beim Stöbern auf der liebevoll gestalteten Homepage gibt es viel zu entdecken. Jede/r, der etwas Interessantes anzubieten hat oder in irgendeiner Form mitmachen will, kann sich dort registrieren.

Da sind zum einen die Produzenten: Von Landwirten über Verarbeitungsbetriebe bis hin zu Gastronomie. Die Beschreibung der Betriebe vermittelt viel Wissen über traditionelle Landwirtschaft und handwerkliche Verarbeitung. Von Permakultur, Achtsamkeit und krummen Karotten ist da zum Beispiel die Rede. Dabei wird deutlich, dass Pflanzen und Tiere Zeit zum Wachsen und Gedeihen brauchen, dass umfangreiches Wissen, gute Planung, viel Pflege und vor allem Handarbeit dazugehören. Gleiches trifft auf die Weiterverarbeitung zu. Getreide und Milch mögen keine Hektik. Nur wenn wir ihnen Zeit zum Reifen lassen, belohnen sie uns mit köstlichem Brot und feinem Käse. Alles in allem ein großer Aufwand. Doch nur so entstehen unverfälschte Lebensmittel, die richtig gut schmecken und höchste ökologische und soziale Ansprüche erfüllen. Und es wird auch klar, dass derartige Lebensmittel nicht zu Discounterpreisen zu haben sind. Demzufolge trägt die Genussgemeinschaft auch zur Existenzsicherung dieser Erzeuger bei, die dem Preisdruck des Handels kaum gewachsen wären.

Zum anderen gibt es die Konsumenten: Menschen, die diese Art des Wirtschaftens unterstützen, in gegenseitigen Austausch mit Gleichgesinnten treten oder sich einfach informieren möchten. Oder alles zusammen. Sie können sich zum Beispiel an einer der oben genannten Einkaufsgemeinschaften beteiligen, einen Ausflug zu einem der Höfe unternehmen – das bitte mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln – sowie ihre Erfahrungen mit anderen Mitgliedern teilen, wodurch sich wieder neue Anregungen ergeben können. Einige Produzenten bieten den Städtern auch die Möglichkeit der finanziellen Beteiligung. Für die Betriebe bedeutet das Unabhängigkeit vom Druck kommerzieller Geldinstitute, für die Investoren eine sinnvolle Anlage.

Insgesamt bekommt man bei der Genussgemeinschaft jede Menge Tipps rund ums Essen, Trinken und Genießen. Ein Blick auf die Homepage lohnt sich also jederzeit. Wer in München wohnt, kann direkt einsteigen, alle anderen können sich Inspirationen für vergleichbare Aktivitäten im eigenen Umfeld holen.

 

P.S.: Gleichberechtigung ist mir sehr wichtig, dazu gehört auch das sog. „Gendering“. In diesem Text fand ich Schriftbild und Lesefluss dadurch dermaßen holprig, dass ich ausnahmsweise nur die männliche Form benutzt habe.

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