Wurst ohne Fleisch: Voll im Trend?

Kürzlich in der Zeitung: Ein Wurstfabrikant zweifelt am ernährungsphysiologischen Wert von Wurst und erweitert sein Sortiment um vegetarische Ersatzprodukte. Bauern schießen verbal zurück und rufen zum Boykott auf. Höchst amüsant und ein bisschen auf Kindergartenniveau. Dahinter stehen natürlich simple wirtschaftliche Interessen. Studien zeigen hohe Wachstumsraten bei vegetarischen und veganen Nahrungsmitteln, während der Fleischkonsum eher rückläufig ist. Die einen springen auf den Zug auf, die anderen kämpfen um die schwindende Kundschaft.
„Ich kenne die Zusammensetzung seiner Rügenwalder-Wurst nicht, dass er davon abraten muss“, wird der Sprecher des Deutschen Bauernverbandes zitiert (Quelle: taz vom 17.11.2016). Dieser Satz hat mein Interesse geweckt: Wie steht’s eigentlich um die Zusammensetzung der fleischfreien „Wurst“?

Also auf in den Supermarkt und eine Packung „Vegetarische Mühlen Salami“ gekauft. Optisch kann sie mit dem Original absolut mithalten. Nun der Blick auf die Zutatenliste:
Trinkwasser, Rapsöl, Weizengluten (10%), Eiklar getrocknet, Verdickungsmittel: Carrageen, Xanthan, Johannisbrotkernmehl; Säureregulatoren: Kaliumlactat, Natriumacetate; Weizenmehl (2%), Kochsalz, Aroma, modifizierte Stärke, Gewürze, Traubenzucker, Farbstoffe: Eisenoxid, Carotin.
Interessant. Soll das ernährungsphysiologisch sinnvoll sein? Und wie müssen diese ohnehin schon unsäglichen Zutaten zugerichtet werden, um sie wie Wurst aussehen und schmecken zu lassen?

Liebe (Gelegenheits-)Vegetarier*innen, bitte lasst die Finger von diesem Unfug! Ihr könnt euch auch mit naturbelassenen Lebensmitteln abwechslungsreich und gesund ernähren. Quält euch nicht mit Prinzipien. Wenn ihr hin und wieder den Fleischgeschmack vermisst, wäre ein gutes Stück echtes Fleisch vielleicht die bessere Alternative. Ich bin übrigens selbst seit 25 Jahren Vegetarierin, weiß also wovon ich rede.

Nun gehören zu einem Produkttest auch Geschmack und sensorische Eigenschaften. Obwohl mich das selbst interessieren würde, kann ich mich nicht dazu durchringen, die Packung zu öffnen. Die Abscheu ist zu groß. Sollte es mir irgendwann noch gelingen, berichte ich später davon.

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