Genussvoll ins Neue Jahr für Alle!

In meinen Anfangszeiten als Vegetarierin – die liegen um die 25 Jahre zurück – bekam ich manchmal sonderbare Kommentare zu hören. „Du isst kein Fleisch? Was isst du denn dann?“ ist eine gängige Frage. Frauen sagten gern „Naja, ich bräuchte das Fleisch ja auch nicht, aber der Mann… und was soll ich machen, da muss ich ja mitessen…“ Mich haben diese Äußerungen mindestens genervt, oft wütend gemacht, und selten ist mir spontan eine schlagfertige Antwort eingefallen. Mittlerweile hat sich das zum Glück gegeben, vegetarisch zu essen ist nicht mehr so exotisch und gesellschaftlich weitgehend akzeptiert.

Kürzlich wurde mir im Zuge einer ayurvedischen Behandlung unter anderem empfohlen, keinen Käse zu essen. Nicht, dass der generell zu verteufeln wäre, er passt nur nicht so gut zu meiner persönlichen Konstitution. Sieben Wochen lang habe ich mich strikt daran gehalten, mittlerweile esse ich gelegentlich sehr wenig davon.

Als Käsefan erschien mir das zunächst als schwer zu bewältigende Herausforderung. Doch sehr schnell habe ich gemerkt, wie gut mir diese Umstellung tut und ich war erstaunt, wie wenig mir der Käse fehlt. Es stört mich nicht mal, wenn beim gemeinsamen Familienessen welcher auf dem Tisch steht oder ich damit koche. Ich kann mir das nur mit angeborener Körperintelligenz erklären: Zu spüren, wie die aus der Balance geratenen Lebensenergien sich wieder Richtung Gleichgewicht bewegen, lässt Gelüste nach vermeintlich Unverzichtbarem schwinden.

Seither kommen bei mir täglich Hülsenfrüchte, Nüsse und/oder Saaten auf den Tisch. Die gehören zwar schon seit Jahren zu meinen Grundnahrungsmitteln, aber nicht so häufig. Zum einen, um etwas mehr Abwechslung auf den Teller zu bekommen, zum anderen, weil tierische Produkte als Eiweißlieferanten nun weitgehend ausfallen. In verschiedenen Kombinationen, mit viel Gemüse sowie Reis, Nudeln oder Kartoffeln und unterschiedlichen Gewürzen. Neue spannende Geschmackserlebnisse haben sich mir seitdem erschlossen. Beispiel: Mungbohnensprossen, Cashews und Radicchio, alles schön knusprig angebraten und mit Salz, Pfeffer, Kardamom, Koriander, Kurkuma und Zimt gewürzt, dazu Couscous oder Reis.

Abschließend möchte ich nochmals auf die armen Frauen zurückkommen, die ihrer Partner wegen leider Fleisch essen müssen: Auch ich lebe mit einer Fleisch und Käse essenden Familie zusammen, zu der auch ein Mann gehört. Alles eine Frage der Einstellung und gegenseitigen Akzeptanz. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein glückliches, friedliches und genussvolles 2018!

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