Es ist wieder Kräuterzeit…

.. und ich muss aufpassen, dass ich vor lauter Begeisterung für die grünen Kraftpakete nicht immer wieder ins Schwärmen gerate und jedes Jahr um diese Zeit das gleiche schreibe! Vielleicht wäre es auch egal – frische Kräuter sind einfach etwas Herrliches, das kann nicht oft genug wiederholt werden. Schmecken gut, putzen den Körper von innen durch und hinterlassen dabei jede Menge Nährstoffe. Fast jeden Tag gehe ich raus und pflücke was fürs Mittag- oder Abendessen. Hier: Ein Salat aus Kichererbsen, Sesam, gehackten Haselnüssen (alles in der Pfanne angeröstet), einem Dressing aus bestem Olivenöl, Balsamico Essig, Blütensalz und Pfeffer und natürlich einer Mischung frischer Kräuter: Pimpinelle, Oregano, Ysop, Ananassalbei, Schnittlauch.

Werbeanzeigen

Improvisationsküche: Kartoffeln verwerten

Auf dem Herd kochte ein Topf mit Pellkartoffeln vor sich hin, als die Familie spontan andere Essenspläne entwickelte… Also wanderten die fertig gekochten und abgekühlten Kartoffeln erstmal in den Kühlschrank. Am nächsten Tag Vorratscheck: Die Kartoffeln könnten gut zu einem Auflauf verwandelt werden. Mit weiteren Zutaten sah es auf den ersten Blick eher schlecht aus. Kein auflauftaugliches Gemüse, kein Käse zum Überbacken. Ein paar Sachen waren dann doch noch zu finden und folgendes ist daraus geworden:

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Kartoffeln (ca. 600 Gramm) habe ich noch vier Eier gekocht. Kartoffeln und Eier in dünne Scheiben bzw. mundgerechte Stücke schneiden und abwechselnd in eine gefettete Auflaufform schichten. Den Abschluss sollte eine Schicht Kartoffeln bilden. Einen Viertelliter Sahne würzen (Salz, Pfeffer, weiteres nach Geschmack) und vorsichtig in die Form gießen. Butterstückchen darauf verteilen und gleichmäßig mit Semmelbröseln bestreuen. Bei 180 °C ca. 40 Minuten in der Mitte des Ofens backen. Vor dem Servieren mit gehackter Petersilie bestreuen. Beilage: Grüner Salat, Avocado und Kichererbsen.

Nochmal altes Brot: Semmelknödel

Altbackene Brötchen/Brot eignen sich gut für Semmelknödel. Wenn ich etwas übrig habe, sind das nur kleine Mengen, ein halbes Brötchen oder zwei Scheiben Brot zum Beispiel. Daraus Knödel zu machen lohnt sich natürlich nicht. Deshalb sammele ich die Reste im Gefrierfach bis eine nennenswerte Menge zusammen gekommen ist. Das ergibt am Ende meistens eine bunte Brotmischung. Meine Erfahrung: Der Anteil heller Semmeln sollte höher sein als der dunklerer Sorten.

Semmelknödel sind sehr variabel. Sie passen gut als Beilage zu Gemüse und Fleisch, können aber auch der Mittelpunkt eines eigenen Gerichts sein. Mit Soßen aller Art, Pesto oder zerlassener Butter übergossen, mit Parmesan und/oder Kräutern bestreut, ein Salat als Beilage – die Möglichkeiten sind vielfältig. Reste kann man am nächsten Tag in Scheiben schneiden und in der Pfanne anbraten.

Übrigens: Einige Bäckereien verarbeiten ihre nicht verkaufte Ware zu Knödelbrot. Wer also gut geplant und kein altes Brot zu Hause hat, kann auch damit zu sinnvoller Resteverwertung beitragen.

Von den Rezepten, die ich gefunden habe, fand ich keines ideal. Deshalb habe ich aus jedem nur einzelne Elemente herausgepickt und ein eigenes gebastelt. Hier ist es:

Das wird gebraucht:
450 g Knödelbrot
50 g Butter
1 große Zwiebel
250 ml Milch, Soja- oder Getreidedrink
2 Eier
5 Esslöffel Mehl
Salz

So wird’s gemacht:
Butter in einer Pfanne zerlassen und die klein gewürfelte Zwiebel darin anbraten. Währenddessen das Brot in Würfel schneiden und in eine große Schüssel geben. Milch, Eier und Salz verquirlen und unter das Brot mischen. Butter mit Zwiebeln ebenfalls dazugeben, zum Schluss das Mehl untermischen. Die Masse einige Minuten ruhen lassen, dann nochmals kräftig durchkneten. Mit feuchten Händen Knödel formen, ca. 5 Zentimeter Durchmesser. Die Knödel in kochendes Salzwasser geben und zugedeckt bei kleinster Hitze ca. 20 Minuten köcheln lassen. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen.

Ergibt ca. 15 Stück.

Warten darauf, in den Kochtopf zu kommen

Warten darauf, gegessen zu werden

Wohin mit dem alten Brot?

Ich glaube, etwas Brot wird in jedem Haushalt gelegentlich altbacken. Wenn dann schon für Nachschub gesorgt ist und der Duft frischen Brotes durch die Küche schwebt… Wer hat dann noch Lust, erst die alten Reste aufzuessen?

„Arme Ritter“ sind zur Verwertung von Brotresten recht bekannt: Die Brotscheiben werden mit einer Mischung aus verquirlten Eiern und Milch durchtränkt und gebraten. Meistens wird noch Zucker zugegeben und eine süße Beilage serviert. Davon habe ich mich inspirieren lassen – herausgekommen ist diese erweiterte und pikante Variation.

Das wird gebraucht:
Einige Scheiben (altbackenes) Brot
Etwas Milch, Soja- oder Getreidedrink
1 – 2 Ei(er)
Semmelbrösel
Salz, Pfeffer
Käsescheiben, Schinken

So wird’s gemacht:
Die Brotscheiben in der Flüssigkeit wenden, bis sie sich damit vollgesaugt haben. Zwischen je zwei Brotscheiben Käse, Schinken oder beides geben. Die Eier verquirlen und würzen. Nun die gefüllten Brote mit Eiern und Semmelbröseln panieren und in der Pfanne von beiden Seiten knusprig braten.

Da könnte man auf die Idee kommen, das Brot in Zukunft immer alt werden zu lassen…

Der Frühjahrskick: Kräuter und Blüten

Das holt uns endgültig aus dem Winterschlaf: Ein Salat aus (Wild) Kräutern, im Garten oder Balkonkasten angebaut oder auf jeder Wiese zu finden. Diese Mischung besteht aus Pimpinelle, Ysop, Spitzwegerich, Oregano, Rauke, Klee, Schafgarbe, Rosmarin, Salbei, Zitronenthymian und Gänseblümchen (linkes Bild).

Dazu ein paar getrocknete essbare Blüten, die im Zusammenspiel mit dem Salatdressing aus Olivenöl und Balsamico ein tolles Aroma entfalten. Entdeckt auf dem „Markt des guten Geschmacks“ letzte Woche in Stuttgart (rechtes Bild).

Vom Samen auf den Teller Teil 2

Nochmals drei Tage später ist alles essfertig. Kresse, Sprossen …

… und aus den Kichererbsen ist köstlicher Hummus geworden.

Der wird so gemacht: 100 Gramm getrocknete Kichererbsen einweichen und kochen, zusammen mit 1 Esslöffel Sesammus, 2 Esslöffeln Zitronensaft und etwas Kochwasser pürieren, 4 Esslöffel Olivenöl, Salz, Pfeffer sowie evtl. weitere Gewürze (z. B. Kreuzkümmel, Schwarzkümmel, Knoblauch) unterrühren.
Ergibt knapp einen halben Liter.
Alle Mengenangaben sind Richtwerte, die nach Geschmack variiert werden können. Wasser so viel zugeben, dass die gewünschte Konsistenz entsteht.

Das geht immer: Mittags, abends, zwischendurch (morgens vielleicht nicht jedermanns Geschmack), als Vor- oder Hauptspeise, zu Hause oder unterwegs…
Und es macht alle glücklich, denn es ist vegan. Skeptiker*innen bitte nicht gleich „Igitt“ schreien, sondern erst probieren.