Tomatenernte auf der Terrasse

Wahre Köstlichkeiten: Rechts oben im Bild die „Pink Bumblebee“, in verschiedenen Rottönen gestreift, hat tatsächlich pinkfarbene Nuancen. Die „Gelbe Dattel“ macht ihrem Namen in Form und Farbe alle Ehre. Die kleine „Rote Johannisbeere“ wächst nicht nur an Rispen wie ihre beerige Namenspatronin, die Früchte sind auch kaum größer. Dagegen wirkt die vierte Sorte in ihrem schlichten Rot und Rund richtig langweilig. Vielleicht habe ich deswegen ihren Namen vergessen. Schmeckt aber genauso köstlich und aromatisch wie alle anderen!

 

Nochmal altes Brot: Semmelknödel

Altbackene Brötchen/Brot eignen sich gut für Semmelknödel. Wenn ich etwas übrig habe, sind das nur kleine Mengen, ein halbes Brötchen oder zwei Scheiben Brot zum Beispiel. Daraus Knödel zu machen lohnt sich natürlich nicht. Deshalb sammele ich die Reste im Gefrierfach bis eine nennenswerte Menge zusammen gekommen ist. Das ergibt am Ende meistens eine bunte Brotmischung. Meine Erfahrung: Der Anteil heller Semmeln sollte höher sein als der dunklerer Sorten.

Semmelknödel sind sehr variabel. Sie passen gut als Beilage zu Gemüse und Fleisch, können aber auch der Mittelpunkt eines eigenen Gerichts sein. Mit Soßen aller Art, Pesto oder zerlassener Butter übergossen, mit Parmesan und/oder Kräutern bestreut, ein Salat als Beilage – die Möglichkeiten sind vielfältig. Reste kann man am nächsten Tag in Scheiben schneiden und in der Pfanne anbraten.

Übrigens: Einige Bäckereien verarbeiten ihre nicht verkaufte Ware zu Knödelbrot. Wer also gut geplant und kein altes Brot zu Hause hat, kann auch damit zu sinnvoller Resteverwertung beitragen.

Von den Rezepten, die ich gefunden habe, fand ich keines ideal. Deshalb habe ich aus jedem nur einzelne Elemente herausgepickt und ein eigenes gebastelt. Hier ist es:

Das wird gebraucht:
450 g Knödelbrot
50 g Butter
1 große Zwiebel
250 ml Milch, Soja- oder Getreidedrink
2 Eier
5 Esslöffel Mehl
Salz

So wird’s gemacht:
Butter in einer Pfanne zerlassen und die klein gewürfelte Zwiebel darin anbraten. Währenddessen das Brot in Würfel schneiden und in eine große Schüssel geben. Milch, Eier und Salz verquirlen und unter das Brot mischen. Butter mit Zwiebeln ebenfalls dazugeben, zum Schluss das Mehl untermischen. Die Masse einige Minuten ruhen lassen, dann nochmals kräftig durchkneten. Mit feuchten Händen Knödel formen, ca. 5 Zentimeter Durchmesser. Die Knödel in kochendes Salzwasser geben und zugedeckt bei kleinster Hitze ca. 20 Minuten köcheln lassen. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen.

Ergibt ca. 15 Stück.

Warten darauf, in den Kochtopf zu kommen

Warten darauf, gegessen zu werden

Vom Urlaub zurück in den Alltag

Zurück aus dem Urlaub, lese ich mich allmählich wieder ins aktuelle gesellschaftliche Geschehen ein. Hier ein kurzer Überblick zum Thema Ernährung – für alle, die die Feiertage um Pfingsten auch eher zur Erholung vom Alltag genutzt haben.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands konstatiert, dass in drei Jahren jedes fünfte Schwein ein bisschen besser gehalten werden soll, der Initiative Tierwohl sei Dank. Wundervolle Aussichten für die armen Tiere! Aber in Deutschland müssen ja 80 Millionen Menschen ernährt werden, die ein Recht auf unbegrenzten, billigen Fleischkonsum haben. Das ist Lebensqualität, da kann man nicht auf jedes einzelne Schwein Rücksicht nehmen. Zur Erinnerung, Herr Präsident: Wir Deutschen geben nur um die 12 Prozent unseres Einkommens für Lebensmittel aus. Da ist doch allerhand Spielraum nach oben. Auf jeden Fall genug, um unser Verhältnis zum Tier zu überdenken.

Eine neue EU-Ökoverordnung soll auf den Weg gebracht werden. Was steht drin? Dazu ist den Medien Widersprüchliches zu entnehmen: Von konkreten Inhalten bis zum Hinweis, dass die Abstimmungsvorlage bisher nur deren Verhandlern bekannt sei. Die aktuelle Version der Verordnung kann mit den Standards der deutschen Bio-Anbauverbände nicht mithalten. Insofern kann man nur auf Besserung hoffen.

Kommen wir zum verarbeitenden Gewerbe. Junkfood macht krank. Darunter fallen die meisten der in Supermärkten angebotenen Produkte: Industriell hergestellt, werden die natürlichen Rohstoffe durch Unmengen an krank machenden Beigaben wie Fett, Zucker und Zusatzstoffen bis zur Unkenntlichkeit diffamiert. Studien zufolge ist es unser Lebensstil, der der Gesundheit an den Kragen geht. Zu wenig Bewegung, zu viel Stress, dazu eine ungünstige genetische Veranlagung – und schon sind Übergewicht und Diabetes vorprogrammiert. Interessantes Detail: Auftrag- und Geldgeber dieser Studien sind meist große Nahrungsmittelkonzerne, die – man ahnt es bereits – von der Produktion von Junkfood leben. Auch wenn es um die Zulassung von Zusatzstoffen, Pestiziden oder Gentechnik geht, werden von der Industrie vorgelegte Studien herangezogen. Die zäumen das Pferd von hinten auf. Zuerst wird das gewünschte Ergebnis festgelegt, danach die dazu passenden Rahmenbedingungen gebastelt. Damit das alles reibungslos klappt, positioniert die Industrie ihre Leute überall. Nehmen wir z. B. die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), zuständig u. a. für Zusatzstoffe und Pestizidrückstände in Lebensmitteln. Etliche Mitglieder des Verwaltungsrats sind zeitgleich in Verbänden oder Vorständen großer internationaler Lebensmittelkonzerne tätig. Von Unabhängigkeit also keine Spur. Wen wundert es da, dass auch die Empfehlung für die Zulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat von der EFSA kommt?

(Quellen: taz, Schrot&Korn, http://www.boewl.de, http://www.lobbypedia.de)

Tomaten – auf ein Neues

Letzten Herbst habe ich hier über die letzte eigene Tomatenernte des Jahres berichtet.
Jetzt geht’s auf ein Neues!

Gestern haben vier wunderschöne Tomatenpflanzen ihren Platz auf unserer Terrasse eingenommen. Sie sind bereits ca. einen Meter hoch und tragen neben Blüten sogar schon ein paar kleine, grüne Früchte. Gern hätte ich sie schon vier Wochen früher gepflanzt und ihnen beim Wachsen zugeschaut, was urlaubsbedingt leider nicht machbar war.

Die Tomatenpflanzen bekomme ich von einem passionierten Hobbygärtner, der verschiedene Sorten selbst zieht und immer einige Exemplare übrig hat. Letztes Jahr konnte ich sie bereits Ende Mai in Empfang nehmen – da waren die Pflänzchen so klein, dass ich sie in der Fahrradtasche nach Hause transportieren konnte. Dafür sieht es jetzt schlagartig schön grün aus, wo vorher nur eine kahle Wand war.

Wohin mit dem alten Brot?

Ich glaube, etwas Brot wird in jedem Haushalt gelegentlich altbacken. Wenn dann schon für Nachschub gesorgt ist und der Duft frischen Brotes durch die Küche schwebt… Wer hat dann noch Lust, erst die alten Reste aufzuessen?

„Arme Ritter“ sind zur Verwertung von Brotresten recht bekannt: Die Brotscheiben werden mit einer Mischung aus verquirlten Eiern und Milch durchtränkt und gebraten. Meistens wird noch Zucker zugegeben und eine süße Beilage serviert. Davon habe ich mich inspirieren lassen – herausgekommen ist diese erweiterte und pikante Variation.

Das wird gebraucht:
Einige Scheiben (altbackenes) Brot
Etwas Milch, Soja- oder Getreidedrink
1 – 2 Ei(er)
Semmelbrösel
Salz, Pfeffer
Käsescheiben, Schinken

So wird’s gemacht:
Die Brotscheiben in der Flüssigkeit wenden, bis sie sich damit vollgesaugt haben. Zwischen je zwei Brotscheiben Käse, Schinken oder beides geben. Die Eier verquirlen und würzen. Nun die gefüllten Brote mit Eiern und Semmelbröseln panieren und in der Pfanne von beiden Seiten knusprig braten.

Da könnte man auf die Idee kommen, das Brot in Zukunft immer alt werden zu lassen…

Wie wollen wir einkaufen?

In den letzten Wochen ist immer wieder zu hören, dass Amazon ins Lebensmittelgeschäft einsteigen will. Erste Pilotmärkte werden bereits bedient. Das erregt einiges Aufsehen, vor allem angesichts der Kritik an den Geschäftspraktiken des Unternehmens. Dies ist allerdings nur ein Nebenschauplatz, primär geht es um das Prinzip, sich Lebensmittel in großem Stil nach Hause liefern zu lassen. Und zwar nicht nur einzelne spezielle Produkte, die nur per Versand zu haben sind, sondern das komplette Sortiment. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie wir einkaufen wollen. Warum sollen wir nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag noch in den Supermarkt hetzen oder uns am Wochenende mit lästigen Großeinkäufen abgeben anstatt die freien Tage zu genießen? Amazon macht den Anfang, wenn der Stein erstmal ins Rollen kommt, werden sicher weitere Anbieter folgen.

Klingt alles erstmal plausibel, doch das System hat seine Tücken. So dürfen z. B. Kühlketten nicht unterbrochen werden und empfindliche Produkte müssen extrem aufwändig verpackt sein. Hat man den Transport zur Kundin gemeistert, steht man dort vermutlich vor verschlossener Tür, denn sie kommt ja erst abends von der Arbeit. Da nützt es auch nichts, wenn der nette Nachbar das Paket annimmt, es wird vermutlich nicht in seinen Kühlschrank passen. Unkomplizierter und vor allem auch umweltschonender wäre es, wenn lokale Supermärkte ihre Kund*innen im Umkreis weniger Kilometer direkt beliefern würden, am besten zu einem vereinbarten Termin. Das sind nur einige Aspekte von vielen, insgesamt gibt es – logisch – Vor- und Nachteile. Welche überwiegen, ist schwer abzuschätzen, zu komplex ist das Thema.

Unternehmen wollen Geschäfte machen. Wenn Märkte gesättigt sind und Umsätze zurückgehen, denken sich findige Geschäftsleute eben ganz neuartige Produkte oder Dienstleistungen aus. Ebenso findige Marketingexpert*innen kreieren Werbekampagnen, um uns Konsument*innen zu erklären, dass wir diese Produkte respektive Dienstleistungen, die wir bisher noch gar nicht kannten, unbedingt brauchen. Im Falle des Versands von Lebensmitteln zielen sie auf gestresste Berufstätige, deren knappe Freizeit zu schade ist, um sie mit Banalitäten wie Lebensmitteleinkäufen zu verbringen. Viele scheint das tatsächlich anzusprechen. Doch wie wäre es, wenn wir uns stattdessen unsere Zeit zurückerobern würden? Nicht mehr 40, 50 oder 60 Stunden in der Woche arbeiten, sondern nur noch 20, 25 oder 30? Dann hätten wir wieder genügend Freiraum für so existenzielle Dinge wie die Besorgung von Essen und Trinken, und das Leben wäre vermutlich insgesamt entspannter.

Wider die Norm

Als ich diese „Maus-Kiwi“ aus zwei zusammengewachsenen Früchten zum ersten Mal gesehen habe, fand ich das ziemlich albern. Ist das wiedermal so eine merkwürdige Erfindung der Werbestrateg*innen? Sollen uns durch derart kindische Auswüchse Kiwis schmackhaft gemacht werden? Essen wir nicht mehr genügend davon?
Bis ich den tatsächlichen Hintergrund erfahren habe.

Bis zu 20 Prozent aller Kiwis wachsen von Natur aus so. Aber solche Zwillingsfrüchte sind in den EU-Normen nicht vorgesehen und landen daher oft in der Tonne statt auf dem Teller. Unter allen im Handel angebotenen Kiwis darf ihr Anteil nur 10 Prozent betragen. Da bleibt allerhand übrig. Schade drum, denn der Geschmack wird durch die außergewöhnliche Form überhaupt nicht beeinträchtigt.
Einige Händler bieten die ausgefallenen Früchte an. In München z. B. der Vollcorner Biomarkt, der sie wiederum vom Bio-Großhändler Weiling bezieht, und das Unternehmen Etepetete, das sich auf den Vertrieb von Obst und Gemüse in extravaganten Formen spezialisiert hat. Halten sich die Händler nicht an die 10-Prozent-Regelung, müssen sie mit Bußgeldern rechnen. (Quelle: www.vollcorner.de und Süddeutsche Zeitung) Was für eine verdrehte Welt!

Aus der Doppelkiwi eine Mickey Maus zu machen – denn wenn sie einer Maus ähnelt, dann nur dieser speziellen – finde ich immer noch seltsam. Aber geschenkt – wir sollten diese Früchte kaufen, wo immer wir Gelegenheit dazu haben! Und auch alle anderen irgendwie unkonventionell geformten wie krumme Gurken, verdrehte Möhren herzförmige Kartoffeln und und und. Sie alle sind viel zu schade, um sie auf Feldern und an Bäumen vergammeln zu lassen, nur weil sie einer von Menschen willkürlich erdachten Norm nicht entsprechen. Häufig sogar mit der Begründung, die Verbraucher*innen wollen das so. Wir Verbraucher*innen haben es also in der Hand, dieses Argument ab absurdum zu führen.

Der Frühjahrskick: Kräuter und Blüten

Das holt uns endgültig aus dem Winterschlaf: Ein Salat aus (Wild) Kräutern, im Garten oder Balkonkasten angebaut oder auf jeder Wiese zu finden. Diese Mischung besteht aus Pimpinelle, Ysop, Spitzwegerich, Oregano, Rauke, Klee, Schafgarbe, Rosmarin, Salbei, Zitronenthymian und Gänseblümchen (linkes Bild).

Dazu ein paar getrocknete essbare Blüten, die im Zusammenspiel mit dem Salatdressing aus Olivenöl und Balsamico ein tolles Aroma entfalten. Entdeckt auf dem „Markt des guten Geschmacks“ letzte Woche in Stuttgart (rechtes Bild).

Vom Samen auf den Teller Teil 2

Nochmals drei Tage später ist alles essfertig. Kresse, Sprossen …

… und aus den Kichererbsen ist köstlicher Hummus geworden.

Der wird so gemacht: 100 Gramm getrocknete Kichererbsen einweichen und kochen, zusammen mit 1 Esslöffel Sesammus, 2 Esslöffeln Zitronensaft und etwas Kochwasser pürieren, 4 Esslöffel Olivenöl, Salz, Pfeffer sowie evtl. weitere Gewürze (z. B. Kreuzkümmel, Schwarzkümmel, Knoblauch) unterrühren.
Ergibt knapp einen halben Liter.
Alle Mengenangaben sind Richtwerte, die nach Geschmack variiert werden können. Wasser so viel zugeben, dass die gewünschte Konsistenz entsteht.

Das geht immer: Mittags, abends, zwischendurch (morgens vielleicht nicht jedermanns Geschmack), als Vor- oder Hauptspeise, zu Hause oder unterwegs…
Und es macht alle glücklich, denn es ist vegan. Skeptiker*innen bitte nicht gleich „Igitt“ schreien, sondern erst probieren.

 

Vom Samen auf den Teller Teil 1

Der Beginn einer wunderbaren Gaumenfreude:

Keimsaaten von Linsen, Senf und Bockshornklee, Samen einfacher Kresse und Kichererbsen …

 

… ausgesät bzw. gewässert.

 

Zwei Tage später sprießt das erste Grün (die Kichererbsen sind bereits verarbeitet).

Fortsetzung folgt…