Von der Sinnlichkeit des Brotbackens

Gestern habe ich nach langer Pause wiedermal ein Brot gebacken, bzw. zwei, den Teig auf zwei Formen verteilt. Nach einem Rezept des Zen-Priesters und Kochs Edward Espe Brown, der in dem Film „How to cook your life“ vorgestellt wurde (habe hier darüber berichtet).

Vor etlichen Jahren habe ich das oft gemacht. Phasenweise den gesamten Familienbedarf durch selbst gebackenes Brot gedeckt. Alles „do ist yourself“, vom Korn bis zum fertigen Brot, auch Sauerteig habe ich selbst hergestellt. Ein sehr schönes, aber aufwändiges Hobby, das mit zunehmenden anderen Verpflichtungen allmählich wieder eingeschlafen ist. Jetzt backe ich nur noch selten Brot, aber ab und zu muss es schon sein.

Hardcore-Bäcker*innen werden mich gleich belächeln, denn bei den Broten von Edward Brown kommt nur Hefe zum Einsatz. Kein Sauerteig. Somit auch kein Roggen-, sondern nur Weizen- oder Dinkelmehl. Also eigentlich nur Pseudo. Dennoch eine spannende Angelegenheit. Nachdem im ersten Schritt die Hefe in Wasser aufgelöst wurde, folgen alle weiteren Zutaten – 3x Mehl, Salz und etwas Öl – in mehreren Etappen, zwischen denen der Teig immer wieder ruht, gerührt, geknetet und niedergeschlagen wird, um erneut aufgehen… Die gesamte Prozedur dauert mindestens fünf Stunden. Dabei sieht, hört und spürt man, wie sich die Masse nach jedem Schritt verändert. Vorausgesetzt, das Rühren und Kneten findet mit einem Löffel und den eigenen Händen statt. Und am Ende schmeckt’s auch. Ein wahrhaft sinnliches Erlebnis.

Die folgende Fotostrecke zeigt, wie sich der Teig nach und nach in Ausdehnung und Konsistenz verändert.
Und wozu der ganze Aufwand? Nur mit viel Zeit und Aufmerksamkeit kann solch ein Teig sein volles Potenzial entfalten und zu einem Brot mit bestem Geschmack und schöner Krume heranreifen.

Für Nachahmer*innen: Keine Angst vor der Zeit! Die fünf Stunden beinhalten lange Ruhezeiten von je 30 bis 60 Minuten.

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