Zitronensäure überall

Zitronensäure, E 330, ist ein Zusatzstoff, der uns gefährlich werden kann. Produkte wie Marmeladen und Softdrinks bekommen durch ihn eine frische, fruchtige bzw. leicht säuerliche Note. Außerdem dient die Säure als Konservierungsmittel, wodurch sie in Fertiggerichten praktisch omnipräsent ist.

Im Grunde handelt es sich bei Zitronensäure um einen natürlichen Stoff, der in Zitronen und anderen säuerlichen Früchten vorkommt. Wir nehmen ihn also auch mit der normalen Nahrung zu uns. Dann kann es ja nicht so schlimm sein, oder?
Der Unterschied: Bei Früchten sorgt das natürliche Warnsystem unseres Körpers – in diesem Fall der extrem saure Geschmack – dafür, dass wir nicht mehr davon aufnehmen als uns gut tut. Die als Zusatzstoff verwendete Zitronensäure wird hingegen synthetisch hergestellt, denn die Weltzitronenernte würde für die gewaltigen Mengen nicht ausreichen. Sie wird den Nahrungsmitteln in so kleinen Mengen zugesetzt, dass man sie nicht herausschmeckt und somit das Warnsystem versagt. Nun kann man einwenden, dass so geringe Mengen ja nicht schaden können. Bei einem einzelnen Gericht mag das stimmen, das Problem liegt in der Masse. Viele Menschen essen ständig Nahrungsmittel, denen Zitronensäure zugesetzt ist. Es beginnt mit dem Müsli oder Marmeladenbrot zum Frühstück (auch im Brot kann die Säure übrigens enthalten sein). Fertige Nudelsoßen, Pizzen, Suppen, Konserven aller Art, Desserts, Süßigkeiten und Snacks für Zwischendurch wie Kuchen, Müsliriegel oder Gummibärchen und nicht zuletzt Getränke: Softdrinks wie Limo, Cola und Eistee – Zitronensäure überall. Sogar ganz unverdächtige Säfte oder Schorlen werden teilweise damit aufgepeppt. Das summiert sich im Laufe eines Lebens.

Für das körpereigene Warnsystem gibt es gute Gründe, bei dem sauren Stoff Alarm zu schlagen. In Drogerien wird Zitronensäure zum Entkalken diverser Elektrogeräte wie Wasch-, Geschirrspül- oder Kaffeemaschinen angeboten. Auch unsere Knochen und Zähne bestehen aus Kalk (Calcium)… Außerdem bindet die Säure Metalle wie Blei oder Aluminium und kann diese ins Gehirn transportieren. Dass das nicht gesund ist, ist sicher hinreichend bekannt.

Oft glaubt man ja, mit dem Kauf von Bio-Produkten auf der sicheren Seite zu sein. Manchmal trifft das auch zu, nicht jedoch bei Zitronensäure. Sie gehört zu den wenigen Zusatzstoffen, die auch in Bio-Produkten erlaubt sind, und wird dort großzügig angewendet.

Was ist nun die Alternative zu Zitronensäure? Oft wird sie gar nicht gebraucht. Gute Rohstoffqualität und handwerkliche Herstellung machen sie überflüssig. Da, wo ein säuerlicher Geschmack gewollt ist, zum Beispiel um den fruchtigen Geschmack von Marmelade zu unterstreichen, nehmen verantwortungsvolle Hersteller Zitronensaft. Dieser ist jedoch ungleich teurer – kein Wunder, dass viele Produzenten zur reinen Säure greifen. Am Ende führt es wieder zum altbewährten Credo: Aufmerksam Etiketten lesen und vor allem selbst kochen!

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